Das Festival in Krumlov hat sich zu einem Phänomen entwickelt. Schon seit Beginn seines Bestehens entwickelt es sich erfreulicherweise zu einer Herrlichkeit, was vor allem in heutigen wirtschaftlich schwierigen Zeiten bewundernswert ist. Es kann durch die Verbindung klassischer und vom Hörerlebnis her überaus attraktiver Projekte mit anderen Genres Zuhörer und Zuschauer gleichermaßen anziehen. Zudem findet es in einer der schönsten Städte unserer Republik statt, deren Schönheit nicht nur Tschechen, sondern auch hunderttausende ausländischer Besucher alljährlich bewundern. Sie ist eine Stadt, die vielleicht ein noch reichhaltigeres Potential bietet als Salzburg. Und wenn es Jaromír Boháč und seinen Kollegen auch weiterhin gelingt, exzellente Künstler zu verpflichten und das Festival mit dieser organisatorischen Professionalität durchzuführen, wie sie es momentan tun, dann habe ich die Zukunft dieser kulturellen und gesellschaftlichen Veranstaltung keinerlei Bedenken. Die Bezeichnung kulturelle und gesellschaftliche Veranstaltung verwende ich bewusst, weil jedes Festival, das nach „Unsterblichkeit“ strebt, seine gesellschaftlichen Attribute entwickeln muss, damit es Unterstützung vor allem aus privaten Quellen erfährt, deren Anteil an der Fähigkeit, den Zuhörern unvergessliche Erlebnisse zu organisieren, immer wichtiger und entscheidender wird. Die Verbindung des Drangs, dabei zu sein, mit dem Wissen um die Nützlichkeit für die Kultivierung unserer Umgebung, in welcher wir leben, ist ein Prozess, der für die Entstehung und das Bestehen solcher Initiativen unerlässlich ist. Sie ist wichtig für unsere Lebensqualität und es ginge mit uns zu „Ende“, wenn wir die Notwendigkeit dieser Erfahrung nicht mehr spürten.
Jan Simon, Klavievirtuose und Verwaltungsleiter des Tschechischen Rundfunksinfonieorchesters






